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Wurmbefall Hund

Sinnvolle Entwurmung bei Hunden und Katzen

Früher war es gang und gäbe, seinen Hund und seine Katze regelmäßig zu entwurmen. Und auch heute noch gibt es einige Hundehalter und Tierärzte, die unkontrolliert “prophylaktisch” entwurmen. Um zu verstehen, warum das aber totaler Unsinn ist, müssen wir uns im ersten Schritt anschauen, welche Wurmarten unseren Hund und unsere Katze denn eigentlich befallen können. Im zweiten Schritt untersuchen wir dann, was Wurmkuren eigentlich sind und wie sie wirken.

 

Welche Wurmarten befallen Hunde und Katzen?

 

  1. Der Spulwurm
  2. Der Lungenwurm
  3. Der Hakenwurm
  4. Der Peitschenwurm
  5. Der Herzwurm
  6. Der Gurkenkernbandwurm
  7. Der Fuchsbandwurm
  8. Der Hundebandwurm
  9. Der Blasenwurm befällt zusätzlich die Katze

 

Doch wie steckt sich ein Tier an?

 

Hunde und Katzen stecken sich, in aller Kürze, meistens mit Würmern an, indem sie Wurmeier aufnehmen. Dies kann zum einen passieren, wenn sie infizierte Tiere oder verunreinigtes Obst und Gemüse fressen, zum anderen wenn sie befallene Trinknäpfe, Spielzeuge oder ähnliches benutzen.

 

Was sind Wurmkuren?

 

Die gängigen Präparate auf dem Markt sind vor allem eins: Gift. Ganz klar, Individuen sollen getötet werden, in diesem Fall Würmer. Hierfür benötigt man Gift. Und was Individuen tötet, ist auch für den Wirt nicht gesund. Es macht also Sinn, diese Belastung für den Wirtsorganismus, also den Hund oder die Katze, so gering wie möglich zu halten.

 

Folgende Präparate (und noch einige mehr), sind derzeit auf dem deutschen Markt erhältlich:

 

Panacur – Wirkstoff: Fenbendazol – gegen Spul-, Haken-, Peitschen- und Bandwürmer

Drontal – Wirkstoffe: Pyrantelembonat, Praziquantel und Febantel – gegen Rund-, Spul-, Haken-, Peitschen- und Bandwürmer

Milbemax (Milprazon) – Wirkstoffe: Milbemycin-Oxim, Praziquantel – gegen: Hakenwurm, Spulwürmer, Herzwurmerkrankung, Bandwurmbefall, Lungenwurm

Vitaminthe – Wirkstoffe: Niclosamid, Oxibendazol – gegen Band-, Spul-, Peitschen- und Hakenwürmer

Endogard – Wirkstoffe: Praziquantel, Pyrantelembonat und Febantel – gegen Mischinfektionen von Rund- und Bandwürmern

Flubenol – Wirkstoff: Flubendazol – gegen Spul-, Haken-, Peitschen- und gewisse Bandwürmer

Milquestra – Wirkstoffe: Milbemycin-Oxim, Praziquantel – gegen Spul-, Haken-, Lungen-, Augen-, Peitschen-, Band- und Fuchsbandwürmer sowie den Französischen Herzwurm

Anthelmex – Wirkstoffe: Praziquantel, Febantel und Pyrantel – gegen: Mischinfektionen mit diversen Rund- und Bandwürmern

Anthelmin – Wirkstoffe: Praziquantel, Pyrantel-Embonat und  Febantel – gegen Spul-, Haken- und Bandwürmer

Prazitel – Wirkstoffe: Praziquantel, Pyrantel (entsprechend 144 mg Pyrantelemboat), Febantel – gegen Mischinfektionen mit Rund- und Bandwürmern

usw. Die Liste ist aufgrund der großen Menge nicht vollständig.

 

Was auf den ersten Blick auffällt ist, dass die unterschiedlichen Wirkstoffe und damit auch die unterschiedlichen Präparate nur gegen einzelne, spezielle Wurmarten helfen. Du musst also erstmal wissen, welche Würmer überhaupt gerade zu Gast bei deinem Hund sind, damit das Mittel zuverlässig wirken kann. Eine Wurmkur auf Verdacht zu geben ist also wenig sinnig, denn wir dürfen nicht vergessen, dass sie giftig ist.

 

Wie wirken Wurmkuren?

 

Wurmkuren wirken ca. 24 Stunden. In dieser Zeit töten sie alles ab, was ihnen an Würmern in den Weg kommt.

 

Aber sie haben eben auch 2 Probleme:

1. Sie belasten eben auch nicht unerheblich den Wirtsorganismus. Wurmkuren können Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Mattigkeit, Juckreiz und Haarausfall verursachen.

 

2. Bekommt das Tier nun eine Wurmkur, kann man also davon ausgehen, dass es 24 Stunden lang wurmfrei ist. Frisst es in Stunde 25 aber eine wurmbefallene Maus, hat der ganze Spaß nichts gebracht, denn er ist sofort wieder infiziert. Das ist schon ärgerlich, wenn das Tier wirklich Würmer hatte. Richtig ätzend wird es aber, wenn einfach “prophylaktisch” entwurmt wird. Hatte das Tier dann nämlich keine Würmer, wird nur der Organismus des Tieres geschwächt, ohne dass irgendein Nutzen daraus gezogen wird.

 

Werden Würmer resistent gegen Entwurmungsmittel?

 

Von Bakterien kennen wir es schon: Antibiotikaresistente Bakterienstämme sind ein riesiges Problem und wegen ständiger und falscher Antibiotikagaben bereits auf dem Vormarsch. Bei Würmern ging man bisher davon aus, dass eine positive Testung nach einer Wurmkur auf eine Reinfektion hindeute. Will sagen, nach einer Wurmkur wurde erneut getestet und das Tier hatte schon wieder (oder immer noch?) Würmer. In diesem Fall dachte man, dass sich das Tier erneut angesteckt haben musste. Schwedische Forscher haben aber nun herausgefunden, dass es schon Wurmarten gibt, die resistent gegen bestimmte Wirkstoffe in Entwurmungsmitteln sind. Und dabei wird es nicht bleiben. Wenn weiterhin “prophylaktisch” entwurmt wird, werden mehr Wurmstämme resistent werden und dann hat man irgendwann kein Mittel mehr, um Wurmbefall zu bekämpfen.

 

Was kannst du dagegen tun?

 

Das einzig sinnvolle, wenn es um Wurmbefall bei Tieren geht, ist eine selektive Entwurmung, also eine regelmäßige Kotuntersuchung. Diese kann der Tierarzt oder Tierheilpraktiker veranlassen. Hierbei wird Kot gesammelt und in ein zertifiziertes Labor geschickt. Dort wird er untersucht und nach einigen Tagen erhält man das Ergebnis. Und dieses Ergebnis sagt nicht nur, ob das Tier Würmer hat, sondern auch genau, welche Wurmart. So ist es möglich, selektiv das richtige Mittel zu verabreichen. Und das hat gleich 3 positive Seiten:

  1. Der Organismus des Tieres wird nur mit Giftstoffen belastet, wenn es wirklich nötig und sinnvoll ist
  2. Das richtige Wurmmittel sorgt dafür, dass die vorhandenen Parasiten auch wirklich abgetötet werden
  3. Einer möglichen Resistenz der Würmer wird vorgebeugt

 

Sind Entwurmungen also sinnvoll?

 

Ist dein Tier positiv auf Würmer getestet worden, ist es nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig, mit einer Wurmkur gegen die ungebetenen Gäste vorzugehen. Nur eine “prophylaktische” Entwurmung ist heute nicht mehr zeitgemäß und bringt sehr viel mehr Schaden als Nutzen.

Was du prophylaktisch tun kannst, ist, den Darm deines Tieres zu unterstützen. Dies geschieht auf der einen Seite durch gesundes Futter, und auf der anderen Seite durch gezielten Darmaufbau. Außerdem kannst du mit Futterergänzungen wie Giardia Garaus dafür sorgen, dass sich die Parasiten im Darm deines Tieres nicht wohlfühlen und sich dort nicht ansiedeln.

 

 

Foto: https://stock.adobe.com/de/contributor/207614317/ахтем?load_type=author&prev_url=detail


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