Erkrankungen der Nebennierenrinde bzw. der Hypophyse

Liebestoll von MycAni

Unterschiede zwischen Morbus Cushing und Morbus Addison

Morbus Cushing

Morbus Cushing, oder auch Hyperadrenokortizismus genannt, gehört zu den häufigsten endokrinen, also eigentlich “Drüsenerkrankungen”. Sie betrifft sowohl Hunde als auch Katzen, wobei es bei Katzen kaum eine milde Form dieser Erkrankung gibt. Wird bei der Katze Cushing diagnostiziert, geht es ihr meist schon richtig schlecht.⁠ ⁠ Um Cushing verstehen zu können, ist es erstmal wichtig, den Hormonkreislauf zwischen Hypothalamus, Hypophyse und Nebennierenrinde zu verstehen. Der Hypothalamus ist ein Teil des Gehirns, in dem z. B. das vegetative Nervensystem gesteuert wird. Außerdem ist er für die Bildung von CRH, dem Corticotropin-releasing Hormone, zuständig. Dieses Hormon sorgt in der Hypophyse, also der Hirnanhangsdrüse dafür, dass ACTH, das adrenocorticotrope Hormon, ausgeschüttet wird. Dieses ACTH sorgt nun in den Nebennierenrinden (NNR) dafür, dass Cortisol ausgeschüttet wird. All diese Organe übernehmen natürlich noch andere Aufgaben, doch der Einfachheit halber beschränke ich mich an dieser Stelle der Erklärung auf diese Funktionsweisen.⁠ ⁠

Doch was ist dieser Hyperadrenokortizismus (HAK)? ⁠ ⁠

Ist der oben beschriebene Zyklus übersteigert, spricht man von einem Cushing-Syndrom, wobei die Ursachen hierfür vielfältig sind.⁠ ⁠ Wie wird das Ganze diagnostiziert?⁠ ⁠ Häufig kann der Tierarzt schon durch die Symptomatik eine Verdachtsdiagnose stellen. Um die Diagnose zu erhärten werden dann spezielle Laborparameter abgenommen und Stimulationstests durchgeführt, im weiteren Verlauf kann ein Ultraschall der Nebennieren sinnvoll sein, um herauszufinden, wo die Ursache des HAK liegt.

Symptome:

  • Häufiges Wasserlassen
  • Hängebauch
  • Schlechtes Fell, entweder sehr fettig oder auch Haarausfall
  • Die Haut wird wie Pergament und reißt extrem schnell ein
  • Pappeln und Pusteln auf der Haut
  • Die Hoden verkleinern sich
  • Die Läufigkeit bleibt aus

Die Ursachen

Die Ursachen des Cushing-Syndroms sind vielfältig. Zum einen kann es zum Entgleisen dieses Hormonsystems kommen, wenn das Tier einen Tumor an der Hypophyse entwickelt. Hierbei produziert diese dauerhaft ACTH, was die NNR zur Ausschüttung von Cortisol anregt. Ein solcher Tumor ist bei Hunden und Katzen für ca. 80% der Cushing-Erkrankungen verantwortlich, wobei er in den meisten Fällen gutartig und nur sehr selten bösartig ist.

Eine weitere Ursache für Cushing ist ein Tumor der Nebennierenrinde, hier liegt die Häufigkeit bei Hunden bei etwa 15%, bei Katzen etwa bei 20%, es sind zu gleichen teilen gutartige und bösartige Tumore zu verzeichnen. Der Tumor sorgt dafür, dass ständig Cortisol produziert wird. Die Hypophyse produziert kein ACTH mehr, da dauerhaft Cortisol im Blut ist.

Die dritte Ursache für HAK ist iatrogen, also durch ärztliche Einwirkung entstanden und findet sich nur beim Hund, nicht bei der Katze. Katzen scheinen weniger anfällig für Glukokortikoide zu sein. Durch die Gabe von Glukokortikoiden, auch Kortison genannt, kann es zur Störung des Kreislaufes Hypothalamus – Hypophyse – Nebennierenrinde kommen.

Und wie therapiert man nun?⁠ ⁠

In den meisten Fällen werden die betroffenen Tiere medikamentös behandelt. Hierbei ist eine regelmäßige Überprüfung der Dosis durch Bluttests alle 3 Monate angeraten. Die Veterinärmedizinische Fakultät in Utrecht ist die einzige, die Tumore an der Hypophyse bei Tieren operativ entfernt. Diese Tiere müssen jedoch ihr Leben lang verschiedene Medikamente zu sich nehmen. ⁠ Unterstützend kann man bei allen hormoninduzierten Erkrankungen #liebestoll geben, da es sich regulativ auf das Hormonsystem auswirkt!

Gerade haben wir uns ja mit Morbus Cushing beschäftigt, hier kommt nun das Pendant, Morbus Addison. Es beschreibt sozusagen das Gegenteil, nämlich eine Unterfunktion der Nebennierenrinde, eine NNR-Insuffizienz.⁠ Hunde sind selten aber regelmäßig von dieser Erkrankung betroffen, Katzen sehr viel seltener.⁠ Den Zusammenhang zwischen Hypothalamus, Hypophyse und Nebennierenrinde, sowie CRH, ACTH und Cortisol, habe ich in meinem vorangegangenen Post erläutert, darauf w

Was ist Morbus Addison?⁠ ⁠

Man unterscheidet die primäre NNR-Insuffizienz, bei der es sich um eine autoimmunvermittelte Form handelt. Das Immunsystem des Tieres richtet sich gegen die Zellen der NNR und zerstört diese. In der Folge kann nicht mehr genug Cortisol gebildet werden. Diese Form ist wahrscheinlich erblich bedingt und die bei Hunden häufigste. ⁠ Die sekundäre NNR-Insuffizienz wird verursacht durch eine zu geringe Bildung von ACTH, weshalb die Nebennierenrinde zu wenig angeregt wird, Cortisol auszuschütten. Ursache hierfür können Traumata, Entzündungen oder ähnliches an der Hypophyse oder dem Hypothalamus sein. Dies ist bei Hunden allerdings nur sehr selten der ausschlaggebende Punkt. ⁠

Zusätzlich kann, wie Morbus Cushing, auch Morbus Addison iatrogen, also durch ärztliches Einwirken verursacht sein, nämlich dann, wenn Glukokortikoide abrupt abgesetzt oder zu hoch dosiert werden. ⁠

Die Symptome bei Morbus Addison sind sehr unspezifisch:

  • Nierenprobleme
  • Verdauungsprobleme wie Erbrechen und Durchfall
  • Mäkelig beim Fressen
  • Schwäche und Kraftlosigkeit
  • Gewichtsverlust

Die Besonderheit: die Addison-Krise:

Die Symptome der NNR-Insuffizienz sind nicht sehr genau, weshalb manche Tierärzte in der Diagnostik nicht sofort daran denken, wenn dein Tier immer wieder mit Durchfall und Erbrechen vorstellig wird. Hier ist es gut, wenn du schon von Addison gehört hast und sogar auf die Möglichkeit hinweist. Kritisch wird es aber bei der akuten NNR-Insuffizienz, der sogenannten Addison-Krise. Hierbei kollabiert das Tier förmlich.

Plötzlich hat es:

  • Schocksymptome
  • Anorexie, also Appetitlosigkeit
  • Ist ausgetrocknet
  • Ist apathisch

Ein solches Tier ist ein Notfall und gehört sofort in die Klinik und schnellstmöglich an den Tropf!⁠ ⁠

Wie diagnostiziert man?⁠ ⁠

Die Diagnose ist bei Addison komplizierter als bei Cushing, einfach weil die Symptome viel unspezifischer sind und selten die Verdachtsdiagnose Morbus Addison aufkommt. ⁠ Der Tierarzt führt einen ACTH-Stimulationstest durch, um zu sehen, ob die Nebennierenrinde darauf reagiert.⁠ ⁠

Wie wird therapiert?⁠

Tiere, die an Morbus Addison erkrankt sind, erhalten dauerhaft Glukokortikoide und können mit Hormonregulativen wie Liebestoll unterstützt werden.⁠ Außerdem ist eine begleitende Behandlung von einer bzw. einem Tierheilpraktiker*in ratsam.

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