Kochen für Hunde

Kochen für den Hund

Die Ernährung unserer Hunde spielt – zum Glück – eine immer größere Rolle! Vielen wird klar, dass Gesundheit nur mit gesunder Ernährung einher gehen kann.

Gerade bei bestimmten Krankheiten kann es sinnvoll sein, für den Hund zu kochen. Deshalb habe ich eine Spezialistin ins Boot geholt, die heute erklärt, wie mans richtig macht – die liebe Sylke von www.barfdichgluecklich.com!

KochDichGlücklich – so geht’s

Wir haben sicherlich alle schon einmal für unseren Hunde gekocht, meist hatte das aber verschiedene und eher unerfreuliche Gründe: Durchfall, Magenverstimmung, eine Operation usw.

Das Kochen für den Hund hat oft ein Imageproblem, denn viele haben die Befürchtung, stundenlang für den Hund in der Küche stehen zu müssen, während man für sich selbst die Fertigpizza in den Ofen schiebt.

Gekochtes Futter muss aber weder aufwendig sein noch ist es ausschließlich für kranke Hunde passend. Neben BARF oder der Fütterung mit konventionellem Futter möchte ich in diesem Beitrag das Kochen für den Hund in den Fokus rücken.

Gekochtes Futter hat viele Vorteile: Es ist oft sehr gut verträglich und wird auch von mäkeligen oder sensiblen Vierbeinern gut vertragen. Zudem eignet es sich für Zweibeiner, die sich mit der Rohfütterung nicht anfreunden können, aber dennoch das Futter selbst zusammenstellen wollen.

Das Kochrezept

Wenn man kocht, folgt man einem Rezept und das schauen wir uns gemeinsam an:  

Die Vorbereitung

Bei selbst zusammengestelltem Futter gilt es immer, sich im Vorfeld ausreichend zu informieren. Ein bisschen mageres Putenfleisch und eine Kartoffel dazu reichen dir vielleicht als Mittagessen aus, dein Hund hat andere Bedürfnisse, denen du dir bewusst sein solltest, wenn du ihn bekochen möchtest. Mittlerweile findet man viele nützliche Quellen zum Thema Hundeernährung im Allgemeinen sowie zum Kochen für Hund im Speziellen und teilweise verwirrt das Überangebot an Informationen sogar. Kommen Erkrankungen des Hundes ins Spiel oder bist du dir bei der Zusammenstellung unsicher, helfen ErnährungsberaterInnen wie ich.

Die Zutaten

Die Menge orientiert sich bei gekochtem Futter am Gewicht und beträgt bei einem ausgewachsenen und gesunden Hund zwischen 2 und 2,5 Prozent vom Körpergewicht, ist aber immer individuell an den Hund anzupassen. Ein Couchpotato hat einen anderen Bedarf als ein Zappelphilipp und Hunde im Wachstum brauchen mehr im Napf als ausgewachsene Vierbeiner.

Ähnlich wie bei der Rohfütterung unterteilt sich die gekochte Ration in einen pflanzlichen und einen tierischen Teil. Beim pflanzlichen Teil kann man entscheiden, ob dieser ebenso gekocht werden soll oder ob man ihn roh und püriert verfüttert. Es eignen sich Möhren, Pastinaken, Kürbis, Zucchini usw. Wenn du dich am saisonalen Angebot orientierst, hat dein Hund immer ausreichend Abwechslung. Auch gekochtes Getreide oder Pseudogetreide kann einen kleinen Anteil ausmachen.

Der tierische Anteil besteht aus Muskelfleisch mit einem ausreichenden Fettanteil und einen kleinen Teil Innereien. Beim Muskelfleisch genügt es, wenn du zwischen zwei bis drei Sorten abwechselst. Ist in diesen Sorten nicht genug Fett enthalten, mischst du sie mit fettreicheren Sorten oder ergänzt tierisches Fett. Bitte koche oder brate auf keinen Fall Knochen, denn diese splittern und können dann zu bösen Verletzungen führen. Wiederkäuermägen dürfen zwar im Rezept landen, aber wenn wir ehrlich sind, spricht uns alle der Geruch von gekochtem Pansen nicht wirklich an, und ich empfehle daher, auf gekochte Wiederkäuermägen zu verzichten.

Nun fehlen noch die Zusätze. Hier sind die Folgenden wichtig:

  • Ein Knochenmehl dient der Versorgung mit Calcium und Phosphor.
  • Seealgenmehl wird gefüttert, um dem Hund Jod zuzuführen.
  • Ein Öl wie Lachs- oder Krillöl oder ein 3-6-9-Öl dient dem Ausgleich der Fettsäuren und zur Zugabe von entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren.
  • Ein Vitamin-B-Komplex findet sich ebenso im Rezept, denn durch die Temperaturen beim Kochen werden B-Vitamine zerstört, die wieder zugeführt werden müssen.

Einmal in der Woche landet nicht Muskelfleisch, sondern entgräteter Fisch im Napf. Lachs- oder Forellenfilet dient der Versorgung mit Vitamin D. Alternativ nutzt du Dorschlebertran.

Je nach gesundheitlichen Baustellen und Gestaltung der Fütterung muss das Rezept noch mit weiteren Zusätzen abgerundet werden.

Die Zubereitung

Wie stellt man das mit dem Kochen jetzt an?

Zunächst eine kleine Richtigstellung: Obwohl alle und auch ich immer über das Kochen sprechen, sollte das Tierische eigentlich gedünstet oder gegart werden. Mit so einer schonenden Zubereitung bleiben möglichst viele Vitamine im Fleisch erhalten. Hierfür kannst du Dünsteinsätze für den Kochtopf, einen Dampfgarer oder den Thermomix nutzen, aber das Futter auch schonend im Römertopf zubereiten. Der austretende Fleischsaft wird nicht entsorgt, sondern zum Futter dazugegeben.

Eine kleine Überraschung wirst du vielleicht bei der Menge der tierischen Zutaten erleben: Diese scheint durch das Kochen zu schrumpfen. Durch die Hitzeeinwirkung verkrümmen sich die Strukturen der Proteine, der Nährwert bleibt jedoch erhalten. Du misst die Menge für dein Rezept daher immer anhand der rohen Zutaten ab (auch wenn gierige Hundeaugen dir vermitteln wollen, dass das viel zu wenig ist!).

Nach dem Dünsten kannst du die Portionen beispielsweise für eine Woche portionieren und einfrieren. Die Zusätze kommen dann täglich frisch dazu, Öl und Seealgenmehl kannst du aber auch mit einfrieren.

Nun holst du jeden Tag eine der vorbereiteten Portionen aus dem Gefrierschrank. Taust sie im Kühlschrank auf. Gibst die Zusätze hinzu und wünschst deinem Hund einen guten Appetit.

Und jetzt: Koch dich und deinen Hund glücklich und schreib mir, wenn du Fragen hast!

Foto: stock.adobe.com – iagodina


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